
Durch das Vergüten wird der Stahl hart und zäh zugleich. Dabei wird der Werkstoff zuerst gehärtet und dann kontrolliert wieder erwärmt, um Spannungen abzubauen. Ergebnis: Hohe Festigkeit bei guter Elastizität – perfekt für Bauteile wie Achsen, Wellen oder Bolzen.

Vergüten ist ein Wärmebehandlungsverfahren, das Stähle durch eine Kombination aus Härten und anschließendem Anlassen optimiert. Der Prozess beginnt mit dem Erhitzen des Werkstücks auf eine Temperatur zwischen 790 °C und 950 °C, um eine martensitische Struktur zu erzeugen. Anschließend wird das Bauteil in Öl abgeschreckt, um die Härte zu erhöhen.
Im nächsten Schritt wird das Werkstück ein weiteres Mal erhitzt, jedoch auf eine niedrigere Temperatur, meist zwischen 400 °C und 700 °C, je nach gewünschter Kombination aus Härte und Zähigkeit. Dieser Anlassschritt reduziert innere Spannungen, erhöht die Zähigkeit und verhindert Rissbildung. Das Vergüten eignet sich besonders für Bauteile, die hohe Festigkeit und zugleich eine gewisse Elastizität benötigen, wie Achsen, Wellen oder Bolzen.


Verschiedene Legierungselemente können die Vergütbarkeit und Festigkeit von Stahl verbessern. Ein weit verbreiteter Vergütungsstahl ist 42CrMo4, ein chrom-molybdänlegierter Stahl. Eine Übersicht weiterer geeigneter Werkstoffe finden Sie in der Werkstofftabelle.
Beispiele geeigneter Stähle
Werkstoffe
| Werkstoff-Nr. | Kurzname | Stahlart |
|---|---|---|
| 1.7033 | 34 Cr | legierter Vergütungsstahl |
| 1.7218 | 25 Cr Mo 4 | legierter Vergütungsstahl |
| 1.5710 | 36 Ni Cr 6 | Wälzlagerstahl |
| 1.6511 | 36 Cr Ni Mo 4 | legierter Vergütungsstahl |
| 1.2713 |
|---|
| 55 Ni Cr Mo V 6 |
| legierter Vergütungsstahl |