
Induktivhärten ist ein Wärmebehandlungsverfahren, bei dem Metallbauteile mithilfe eines Induktors gezielt und schnell erwärmt und anschließend abgeschreckt werden. Dadurch entsteht eine harte Oberflächenschicht, die die Verschleißfestigkeit erhöht.

Beim Induktionshärten wird im Gegensatz zu anderen Härteverfahren der zu härtende Bereich schrittweise erwärmt. Der Induktor wird dabei entlang des Werkstücks bewegt, sodass dieses Abschnitt für Abschnitt erhitzt und durch ein flüssiges Kühlmedium abgeschreckt wird. Abhängig von der Größe von Bauteil und Induktor, kann das Werkstück auch kontinuierlich durch den Induktor geführt werden. Für Werkstücke wie Wellen ist häufig eine gleichzeitige Rotationsbewegung notwendig. Anschließend erfolgt eine Spannungsreduktion des Stahls mittels des Anlassens bei niedrigen Temperaturen. Die kurzen Erwärmungs- und Haltezeiten reduzieren Oxidation auf ein Minimum. Damit sich das gewünschte Gefüge bildet, müssen Haltezeit und Härtetemperatur auf die Werkstoffzusammensetzung, insbesondere den Kohlenstoffgehalt, abgestimmt werden. Typische Härtetemperaturen liegen dabei zwischen 800 °C und 950 °C.


Für das Induktivhärten eignen sich besonders hochkohlenstoffhaltige Vergütungsstähle, die eine harte, verschleißfeste Oberfläche bilden. Dazu zählen robuste Stähle für Maschinenbauteile, tragende Bauteile in der Automobil- und Werkzeugindustrie sowie hochbelastbare Lagerstähle. Ein spezieller Spannzangenstahl, der starken Spannkräften standhält, ist ebenfalls geeignet. Das Induktivhärten sorgt bei diesen Werkstoffen für eine erhöhte Oberflächenhärte und verbesserte Verschleißbeständigkeit, ideal für anspruchsvolle Anwendungen.
Beispiele geeigneter Stähle
Werkstoffe
| Werkstoff-Nr. | Kurzname | Stahlart |
|---|---|---|
| 1.0503 | C45 | Vergütungsstahl |
| 1.7225 | 42CrMo4 | Vergütungsstahl |
| 1.3505 | 100Cr6 | Kugellagerstahl |
| 1.8159 |
|---|
| 50CrV4 |
| Vergütungsstahl |
| 1.2826 | 60MnSiCr4 | Spannzangenstahl |
|---|